Neulich, 8h morgens, vier Stunden vor Ablauf der finalen Deadline für die Abschlußarbeit des Business Science Kurses. Meine Liebste(tm) und ich sind im Begriff das Haus zu verlassen als mich ein klingelndes Telefon zurückkommandiert (ich gehöre zu den Menschen, die Telefonklingeln nur schwer ignorieren können, aber ich arbeite daran).
Am anderen Ende Beth (Name geändert, der Redaktion aber bekannt :-)… eine sehr liebe Studienkollegin, ihres Zeichens chronisch deadline-verschiebende britische Wahl-Bayerin mit 12-jährigem Sohn… in diesem Augenblick offensichtlich hart an der Nahtoterfahrung.
Beth: “Dirk, it’s Beth…”
Ich (erfreut): “Oh, hi Beth! How are you doing? Finishing your ECA, I suppose?”
Beth: “Ah… yes… kind of… Dirk, PLEASE, you NEED to help me…”
Ich: “?”
Beth (zitternde Stimme): “I still need to finish the last question and I haven’t posted it yet… But that’s not why I’m calling… The thing is: My son just came to me this morning and asked if he can google something quickly before he will leave for school…”
(mir schwant übles, versehentlich gelöschte 2200-wort Dokumente tauchen vor meinem geistigen Auge auf, Netzwerkfehler grinsen mich an…)
Beth: “… he said he knows that mommy needs to finish her paper badly and promised just to look up some trick he read about at schüler-vz…”
(gesperrte Useraccounts, nicht hochfahrende Rechner, von Virenscannern “gereinigte” Office-Dokumente?)
Beth: “… and NOW EVERYTHING IS FLIPPED UPSIDE-DOWN!!!”
(häh?)
Ich: “… you mean…”
Beth (hektisch): “… literally! I can log-on, I can open menus, but everything is flipped!”
(hektisches getippe ist zu hören)
Beth: “There it is! My paper! UPSIDE DOWN! I can’t work like this! Dirk, PLEASE, we tried everything but we didn’t manage to undo it! And now my son had to leave for school… AND I HAVE A PAPER TO FINISH!”
(ich fahre meinen Rechner hoch um kurz mal selbst nach dem “Trick” zu suchen)
Beth (nackte Panik in der Stimme): “WHEN I MOVE THE MOUSE LEFT, THE CURSOR MOVES RIGHT!!! I CAN’T WORK LIKE THIS!!!!!”
(ich frage welches System sie nutzt und beschreibe ihr wie sie den Einstellungsdialog der Grafikkarte findet, sie flucht weil überkopf zu arbeiten natürlich nicht so einfach ist…)
Beth: “I even tried to flip the whole computer”
(Visionen von im Kopfstand arbeitenden Studenten tauchen in meinem Kopf auf… Verdammte Comic-Phantasie… Ich versuche sie zu beruhigen während ich weitersuche und warte, dass sie den Dialog geöffnet hat)
Ich: “Beth, you know, this is the kind of anecdote you’re going to tell anybody with a smile”
Beth (grimmig): “Yeah, I’m gonna laugth really hard about this in 100 years but NOT. QUITE. NOW.”
(Ich muss zugeben, ich hatte ein wenig Probleme bei allem Verständnis nicht zu lachen – sorry, Beth – aber dann fand ich zum Glück auch schon den Hotkey mit dem man den Bildschirm drehen kann…)
Der “Trick” den ihr Sohn gefunden hatte war wie man den Bildschirm unter Windows per Tastendruck drehen kann. Natürlich wollte er diese lustige Erkenntnis mit seiner Mutter teilen und wählte dazu den Zeitpunkt an dem die garantiert keine Verzögerung brauchen kann… Schon gar nicht die Art Verzögerung die entsteht wenn man vergessen hat nachzuschauen wie man diese “lustige Änderung” wieder rückgängig macht. Nach vereinten panischen Korrekturversuchen musste er dann irgendwann in die Schule und Beth rief mich an.
Woher nehmen Kinder eigentlich dieses Talent zum perfekten falschen Zeitpunkt für Ihre Einfälle?
Aber seis drum… denn… wer würde mir nicht zustimmen wenn ich sage “Aber wenn Sie dann einmal lächeln…”
:-)
Und die Auflösung des Rätsels ist übrigens… (wenn der Treiber es unterstützt):
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